Gardinenpflege
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Königsstoff Samt
und seine Geschichte. (DECO-Home 01-99)
Der erste Kettsamt wird schon im 14. Jahrhundert in Italien erwähnt.
Und die Italiener waren es
auch, die die Kunst des Samtwebens zu unvergleichlicher Perfektion brachten -
zunächst in Konkurrenz mit den Webern der Perser und des Osmanischen Reiches.
Seit je war der luxuriös schimmernde Stoff mit dem schmeichelnden Flor Königen
und Königinnen vorbehalten, die durch ihre Nachfrage und ihre Förderung die
Weber zu immer neuen Kreationen anstachelten. Beim Genua-Samt glänzt ein Muster
in feinfädigem Atlasgewebe auf dem Velourfond. Das Nonplusultra stellt, bis
heute unerreicht, der aus Venedig stammende Samtbrokat in Seide mit Goldfäden
dar. Da wollte auch Friedrich der Große nicht nachstehen und gründete im frühen
18. Jahrhundert erste Samtwebereien in Leipzig, Krefeld und Meißen. Und wie
macht sich Samt in einem modernen Ambiente? Stuhlhoussen oder gar eine
Tischdecke aus rotem Waschsamt sind ein Traum! Druckstellen entfernt man später
mit einer feuchten weichen Bürste.
Wunderwerk Filz.
(DECO-Home 01-99)
Je mehr sIch der Winter von seiner naßkalten Seite zeigt, desto lieber ziehen
wir uns zurück und umgeben uns mit wollig-warmen Textilien. Trendsetter unter
diesen Kältekillern ist der Filz. Das Tolle: Es ist relativ einfach
herzustellen, man braucht ihn nämlich nicht zu weben. Walkt man die vom Schaf
geschorenen Wollfasern unter Einwirkung von Wasser und Hitze, verbinden sie sich
zu einem dauerhaften Vlies: Sie verfilzen. In der Mongolei wickeln Nomaden seit
fast 3000 Jahren mit heißem Wasser besprengte Wolle in Roßhaut die dann von
Reitern viele Kilometer über die sonnen beschienene Steppe gezogen wird. Filz
hat alle guten Eigenschaften der Wolle, ist wasserabweisend und wärmend und
kann in jedem erdenklichen Ton eingefärbt werden. Jil Sander schneidert daraus
Kostümjacken, Ruckstuhl und Paola Lenti fertigen außergewöhnlliche Teppiche,
Rolf Sachs kreierte einen Flaschenkühler. Da Filz nicht gesäumt zu werden
braucht eignet er sich ideal für alle möglichen Basteleien und Applikationen.
Dekorativ wirken zum Beispiel Punkte oder Ornamente, die man per Schablone aus
Filz ausschneidet und dann von Hand auf Kissen, Taschen oder Tischdecken näht.
Lustig sind handgenähte Eierwärmer und Kaffeehauben wie aus den Fifties. Ideal
für alle, bei denen es mal ganz schnell gehen soll, denn: Filz kann man auch
kleben!
Was ist eigentlich
Nessel? (DECO-Home 03-98)
Ein ungebleichter Baumwollstoff. Charakteristisch sind die kleinen, dunklen
"Krümel" der Baumwollkapseln in der glatten Leinwand. Seinen Namen
hat der Nessel allerdings von der Brennessel - als es bei uns noch keine
Baumwolle gab, wurde er aus Brennesselfasern hergestellt. Das universelle Gewebe
eignet sich für jede Art von Vorhängen oder Weißpolster und ist in Breiten
bis zehn Meter erhältlich.
Was ist Tüll?
(DECO-Home 04-98)
AIIe kennen Ihn als den klassischen Brautschleier. Daß das netzartige
Feingewebe auch an Fenstern und Himmelbetten gut aussieht oder als transparenter
Raumteiler fungiert, ist neu. Meist hat der Tüll sechseckige Minimaschen, die
von High-Tech-Maschinen gewirkt oder gewebt werden. Webware heißt Bobinet-Tüll.
Seine Erfinderinnen, die Spitzenklöppierinnen der französischen Stadt Tulle,
fabrizierten diesen Hauch von Stoff einst von Hand.
Wo brennt's beim
Ausbrenner? (DECO-Home 04-98)
Ratfinierte Ausbrennergardinen sind zur Zeit hochaktuell. Ihr besonderes Muster
weist transparente und dichte Gewebeteile auf. Zunächst wird ein
undurchsichtiger Stoff aus einem Mix von synthetischen und Zellulose-Fasern
gewebt. Per Musterschablone wird dann eine Ätzpaste aufgebracht. Sie
"brennt" die Zellulose aus, die synthetischen Fasern hingegen
widerstehen ihr und bleiben als transparenter Fond übrig. Wo keine Ätzpaste
hinkommt, bleibt das ursprüngliche Gewebe als Muster bestehen.
Satin oder Atlas für
das Hochzeitsfest? (DECO-Home 02-99)
In seidig schimmerndem Satin sollen Braut und Festtafel am Hochzeitstag glänzen!
Oder wäre nicht doch Atlas das Allerbeste? Eine Frage, über die Sie sich nicht
grämen müssen, denn: Atlas (arabisch für "glatt" oder
"fein") und Satin sind derselbe noble Stoff! Durch die raffinierte
"Atlasbindung" schieben sich die Fäden des Gewebes so dicht zusammen,
daß eine spiegelglatte Oberfläche entsteht. Allerdings nur auf der Schauseite.
Den brillantesten Lüster – und höchsten Preis - hat echter Seidensatin oder
eben Seidenatlas.
Wie der Volant zu
seinem Namen Kam. (DECO-Home 02-99)
Im Französischen bedeutet "volant" soviel wie "fliegend,
schwebend" oder "beweglich" und "flatternd"
Eigenschaften, die auch auf die Rüsche namens Volant zutreffen: Fein gefältelt
schwebt er als duftiger Besatz an Kissen. Fast fliegend ziert er die Säume
transparenter Gardinen. Ordentlich plissiert flattert er neuerdings wieder an
Blusen und kurzen Sixties-Röcken. In Bewegung kommt er beim kleinsten Lufthauch
- doch auch bei absoluter Windstille bringt ein Volant Schwung in jeden Schnitt
oder Stoff-Fall. Ein Volant ist etwas für romantische Seelen mit Vorliebe für
den Landhaus-Look. Dort gehört er unbedingt als breite Rüsche um Kissen,
Plaids und an Vorhänge oder als "Fußvolant" rund um die Matratze des
Himmelbetts.
ÖKO-Labels - was
sagen sie aus? (DECO-Home 03-97)
Für Dekostoffe gibt es das Siegel "Öko Tex Standard 100".
Geprüft wird z. B., ob krebserzeugende und allergieauslösende Substanzen
bestimmte festgesetzte Grenzwerte überschreiten (Info-Telefon 06196- 966247).
Teppichböden werden mit dem "GüT"-Siegel - "Teppichboden schadstoffgeprüft" - gekennzeichnet (Info-Telefon 0241-968431). Hier dürfen weder FCKW noch Asbest oder Formaldehyde nachweisbar sein.
Achtung: Schadstoffgeprüft heißt nicht schadstoffrei! Eine Ausnahme sind die "Green Line"-Teppiche von Donau Tufting (Telefon 0841-9641725). Hier wird sogar für Kompostierbarkeit garantiert.
(Quelle: HOME & MORE, Düsseldorf)